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Verschneit zur FREITAGSFRAGE (BŘcher)

verfasst von Martina(R), 21.01.2018, 14:29

Hallo Marmotte,

Welchen Stellenwert hatte die antike Mythologie zu Miltons Zeiten in der Gesellschaft, wei├čt Du das?
Vielleicht hat man das ja gar nicht als "Religion" wahrgenommen, sondern eher als "Geschichten von fr├╝her", die zur Allgemeinbildung geh├Ârten?

Ich wei├č es nicht genau, aber da die betreffenden Religionen zu der Zeit einerseits schon lange erloschen waren, aber andererseits in der Kunst noch sehr h├Ąufig aufgegriffen wurden, gehe ich fast davon aus, dass genau das der Fall ist. Vermutlich wurde die antike Mythologie eher als "M├Ąrchen" oder als literarisches Werk wahrgenommen als als Religion und da wohl niemand mehr ernsthaft an die alten G├Âtter geglaubt, geschweige denn sie als gleichwertig oder dem Gott der Bibel ├╝berlegen angesehen hat, hat sich sicher niemand was dabei gedacht.

Mir ist das heute morgen in der Kirche noch einmal richtig klar geworden. Gut die H├Ąlfte der Predigt handelte davon, was Jesus und Luke Skywalker alles gemeinsam haben... Und dieser Vergleich hat mich nicht ge├Ąrgert, ich fand ihn vielmehr sehr am├╝sant und originell, und ich hatte den Eindruck, dass auch sonst niemand daran Ansto├č genommen hat. Das liegt aber - zumindestens was mich angeht - daran, dass ALLEN, nicht nur mir, sondern auch Gott, dem Pastor und dem Rest der Gemeinde und selbst dem allergr├Â├čten Star Wars-Fan klar ist, dass Luke Skywalker weder als Mensch noch als Gott jemals existiert hat und wohl niemand behaupten w├╝rde, dass man ihn genauso gut (oder sogar noch besser) als Jesus verehren k├Ânnte/m├╝sste. Somit bleibt das alles automatisch ein harmloses (und sehr am├╝santes und aufschlussreiches) Gedankenspiel. H├Ątte der Pastor versucht, Parallelen zwischen Jesus und Mohammed zu ziehen, wom├Âglich noch mit dem Ziel, ├ähnlichkeiten zu betonen und Christentum und Islam auf eine Stufe zu heben, w├Ąre ich sicher vor Wut an die Decke gegangen. Eben weil es sich beim Islam um eine reale und sehr lebendige Religion handelt, die eine echte und sehr gef├Ąhrliche Konkurrenz zum Christentum darstellt.

Im Gegensatz zu den altorientalischen Gottheiten, deren "Geschichten" nicht Teil der damaligen abendl├Ąndischen Allgemeinbildung waren?

Ich bin mir nicht sicher, dass sie NICHT zur Allgemeinbildung geh├Ârten. Sicher waren von ihnen nicht so viele Details bekannt wie von der antiken Mythologie, aber sie spielen ja in der Bibel schon eine Rolle und fr├╝her waren die Leute doch wesentlich bibelfester als heute... Aber sicher sollte man sie in Miltons Werk nicht ├╝berbewerten. Die Handlung sieht es vor, dass D├Ąmonen auftreten, die ja irgendwie benannt und charakterisiert werden m├╝ssen und es war da wohl naheliegend und eigentlich auch in gewisser Weise logisch, sie mit den "G├Âtzen" der Bibel gleichzusetzen. Aber auf den ersten Blick war diese "Ungleichbehandlung" alter G├Âtter/Religionen f├╝r mich doch etwas merkw├╝rdig.

Wie war Miltons eigene Haltung zu Religion im allgemeinen? Denn die ist dann ja sicherlich auch noch mit eingeflossen.

Soweit ich wei├č, war er ein Calvinist, hatte allerdings in einigen Bereichen abweichende Vorstellungen. Genauer wei├č ich das jetzt aber auch nicht.

Ich bekomme jetzt aber gerade Lust, doch mal in die Sekund├Ąrliteratur zu schauen. Wenn ich nur mehr Zeit zum Lesen h├Ątte... Aber ich werde mir auf jeden Fall mal das eine oder andere Buch ausleihen, ein bisschen reinlesen ist ja vielleicht auch schon interessant...
>Das macht Sinn... Ich habe zur Zeit noch "Der Palast der Meere" hier liegen und traue mich nicht richtig ran.

Das steht auch noch bei mir, aber ehe das an die Reihe kommt, w├Ąren noch diverse Waringhams vorher zu lesen

Wie weit bist du denn bisher mit der Reihe gekommen?

Liebe Gr├╝├če,

Martina


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